Lehrer-Bereich "Zukunft gestalten"

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Grundlagen

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt.

Der einzelne erfährt durch Bildung für nachhaltige Entwicklung: Mein Handeln hat Konsequenzen. Nicht nur für mich und mein Umfeld, sondern auch für andere. Ich kann etwas tun, um die Welt ein Stück zu verbessern. Ein solches Denken ist dringend notwendig, um Veränderungen anzustoßen und drängende globale Probleme wie den Raubbau an der Natur oder die ungleiche Verteilung von Reichtum anzugehen. Regierungen, Organisationen und Unternehmen müssen Nachhaltigkeit lernen und umsetzen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Wissen über:

  • globale Zusammenhänge und Herausforderungen wie den Klimawandel oder globale Gerechtigkeit;
  • die komplexen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ursachen dieser Probleme.

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kompetenzen:

Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Sie umfasst zum Beispiel folgende Fähigkeiten:

  • vorausschauendes Denken;
  • interdisziplinäres Wissen;
  • autonomes Handeln;
  • Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen.

Interview zum Bildungsbereich Elementarpädagogik
Die Interviewfragen beantworteten Barbara Benoist und Klaus Hübner.

Der Elementarbereich ist die erste Stufe im Bildungssystem. Welche konkreten Ansatzpunkte bieten Kindertagesstätten für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Die Welt trifft sich im Kindergarten! Die Kindertagesstätte bildet die Gesellschaft im Kleinen ab, zeigt soziale Wirklichkeit und ist ganz unmittelbar die Lebenswelt des Kindes. Trotzdem bietet sie den Kindern einen geschützten Rahmen, in dem sie sich ausprobieren können. Ideal für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung: Kinder in diesem Entwicklungsalter wollen experimentieren, wollen die Welt entdecken und erforschen, sie begreifen. Wollen Kontakte knüpfen und sich mitteilen, wollen ernst genommen werden und sich in ihre Phantasiewelten zurückziehen können. Dies alles und die Neugierde und Unvoreingenommenheit, der Wissensdrang auf diese Welt, kann und muss in der Materialauswahl, dem Angebot und der Haltung zum Kind in der KiTa seine Entsprechung finden – für eine nachhaltige Entwicklung.

Wie können die Eltern in die Arbeit der Kindertagsstätten integriert und für den Transfer des Gelernten in die Familie sensibilisiert werden?

Zuallererst über die Haltung und das Selbstverständnis gegenüber den Eltern: die Eltern vertrauen ihr Kind manchmal das erste Mal einer Institution an und sind andererseits durch ihre Verantwortung für die noch jungen Kinder wichtiger Teil des Kindergartens. Die Zusammenarbeit muss somit partnerschaftlich sein und sich gegenseitig ergänzen. Ganz praktisch folgert sich daraus, dass die Eltern eingeladen sind an den Projekten mitzuwirken, ihr Wissen und ihr Können einzubringen – und sei es "nur" zum Thema Afrika einen Bildband oder eine Urlaubserinnerung auszuleihen. Es sind manchmal die kleinen aber kontinuierlichen Dinge, die Fäden spannen zwischen KiTa und Elternhaus, die dem Kind aber ein Sicherheitsnetz bieten, die Eltern teilhaben lassen und ermöglichen, Gedanken und Erfahrungen hier und dort einfließen zu lassen. Gemeinsame Aktionen, sei es bei Gartenaktionen, Zeltwochenenden oder der Organisationen eines Hilfsprojektes stärken die Zugehörigkeit und Verantwortlichkeit für die KiTa ihrer Kinder. Und nicht zuletzt ist eine starke Elternvertretung Gesprächspartner und manchmal vielleicht auch konstruktiver Gegner der hilft, einerseits die Eltern da abzuholen wo sie stehen, neue Blickwinkel kennen zu lernen und andererseits die KiTa im Gemeinwesen zu verankern. KiTas sind Familienbildungseinrichtungen – oder müssen es werden!

Welche konkreten Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit müssen in den nächsten Jahren unternommen werden, um erfolgreiche Ansätze für BNE im Elementarbereich und Beispiele für Projekte in die Breite zu kommunizieren.

Eine Kampagne "Raum für starke Kinder"! Außerdem muss die Öffentlichkeitsarbeit noch viel mehr selbstverständlicher Bestandteil der KiTa-Arbeit und der geförderten Projekte werden. Dazu braucht es aber auch ein neues Selbstbewusstsein. Zunächst müssen die Träger und Gemeinden sensibilisiert werden für den wichtigen Beitrag, den die KiTas leisten – und zwar nicht nur als Betreuungseinrichtung sondern als Bildungsinstitution! Und dann muss dieser Gedanke laut und deutlich über alle Kanäle weiterkommuniziert werden...

Was muss getan werden, um Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker in die Ausbildung zukünftiger Erzieherinnen und Erzieher zu integrieren?

Einerseits müssen die Curricula eindeutig um die Inhalte und Methoden einer Bildung für nachhaltige Entwicklung erweitert werden! Anderseits stecken viele gute BNE-Ansätze bereits darin, nur in anderen Worten oder Zusammenhängen, da müsste einfach eine Vernetzung erfolgen, eine Übersetzung und vielleicht wirklich auch "Aufklärungsarbeit" – BNE ist nichts Zusätzliches, sondern eine Einstellung. Von zentraler Bedeutung wären hier wohl ein Handlungsleitfaden und die Weiterbildung der Dozenten.

Welcher Handlungsbedarf ergibt sich aus dem Anspruch einer Bildung für nachhaltige Entwicklung an die Verwaltung und die Träger von Kindertagesstätten?

Ein ganz wichtiger! Denn Bildung für nachhaltige Entwicklung darf nicht nur ein Bildungsprogramm sein und sich auf der Ebene Erzieher – Kind abspielen, sondern muss seine Entsprechung in Verwaltung, Ressourcenumgang, Betriebsführung etc. finden. Hier müsste man einen Handlungsleitfaden entwickeln, vielleicht sogar gekoppelt mit einem Audit.

Wie reagieren die Kinder selbst auf die durchgeführten Aktivitäten, durch die sie an nachhaltige Entwicklung herangeführt werden?

Mit Begeisterung und Tatendrang!

Wie kann die UN-Dekade die Implementierung von BNE im Elementarbereich unterstützen?

Durch die Unterstützung von Netzwerken und Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, gerade auch der Vorstellung von Best Practice-Projekte auf Fachtagungen. Und dann natürlich über die Förderung des internationalen Dialogs. Ein großer Gewinn ist sicher, dass die Gremien und Institutionen der UN-Dekade als Kommunikationsmotor dienen und als Kontaktbörse die Menschen zusammenbringen, die zuvor noch gar nicht wussten, dass sie auch etwas mit frühkindlicher Bildung für nachhaltige Entwicklung zu tun haben!

 

Globale Entwicklung ist Thema der Schulen
Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die Kultusministerkonferenz stellen Orientierungsrahmen für den Unterricht vor

Die Schule soll Kinder und Jugendliche künftig stärker auf Themen der globalen Entwicklung vorbereiten. Darauf hat sich die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Berlin mit der Bundesregierung verständigt. Aus einem gemeinsamen Projekt ist dafür ein "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung" entstanden, der als Grundlage für die Entwicklung von Lehrplänen genutzt werden kann.

Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, und der Präsident der Kultusministerkonferenz, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, lobten den Orientierungsrahmen als "richtungweisende Grundlage zur Vermittlung globaler Entwicklungsthemen in den Schulen".

Präsident Zöllner betonte: "Nur wenn Schülerinnen und Schüler die komplexen Zusammenhänge verstehen lernen und wissen, was nachhaltige Entwicklung bedeutet, können sie an diesem Prozess aktiv teilnehmen und ihn mitgestalten. Der Orientierungsrahmen zielt auf das Erlernen von Kompetenzen, bietet konkrete Aufgabenbeispiele an und will zu projektorientiertem Arbeiten anregen." Dabei werden Schülerinnen und Schüler von der Grundschule bis zur beruflichen Bildung berücksichtigt.

Ministerin Wieczorek-Zeul führte aus: "Armutsbekämpfung und Klimawandel sind die zentralen Zukunftsaufgaben unserer Zeit. Zu ihrer Lösung brauchen wir kritisches Denken und fundiertes Wissen. Denn nur wer die globalen Zusammenhänge kennt und versteht, kann einen Beitrag leisten, die Globalisierung gerecht zu gestalten. Ich bin überzeugt, dass der jetzt vorliegende Orientierungsrahmen hierzu einen wichtigen Beitrag leisten wird. Die Jugendlichen von heute werden in einer Welt der Globalisierung vieler Lebensbereiche und des Klimawandels leben müssen. Geben wir ihnen also das notwendige Handwerkszeug an die Hand, die Welt sozial und ökologisch zu gestalten."

Der Orientierungsrahmen gibt konkrete Empfehlungen und stellt Materialien zur Verfügung, um die komplexen Fragen globaler Entwicklung im Fachunterricht zu bearbeiten. Zugleich werden Vorschläge für eine fachübergreifende Unterrichtsorganisation und die Entwicklung von Schulprofilen gemacht und Grundlagen für die Einbeziehung in die Orientierungsrahmen für Schulqualität gelegt. Der Orientierungsrahmen beschreibt darüber hinaus konkrete Vorhaben in der Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern im Lernbereich Globale Entwicklung.

Quelle: www.bne-portal.de

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