Projekt: Benjeshecke auf der Landesgartenschau

Hermann Benjes, der "Erfinder" der Benjeshecken, schrieb 1991 im Vorwort seines Buches er "befrachte" seine Schrift "mit der abenteuerlichen Hoffnung, auch die Unschlüssigen mit dem Appetit auf den machbaren Naturschutz ausrüsten zu können." Diese Hoffnung teilen wir, wenn wir mit Unterstützung der Hans-Prinzhorn-Realschule Hemer eine Benjeshecke auf der 2010 in Hemer stattfindenden Landesgartenschau anlegen, ihre Entwicklung beobachten und die Hecke im Folgenden weiter betreuen.

Unmittelbar bei der Anlage der Hecke beteiligt sind die Biologie-Neigungskurse der Jahrgangsstufen 7 bis 10 sowie drei weitere Zehnerkurse. Die Dokumentation des Projektes übernimmt der Informatik-Kurs der Jahrgangsstufe neun. Die Schüler dieser Kurse wurden im November 2009 durch Ulrich Hering über die Anlage und den besonderen ökologischen Nutzen dieser Hecke informiert. So bietet die Hecke vielen Pflanzen und Tieren mit unterschiedlichen Ansprüchen Lebensraum und trägt damit nachhaltig zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Indem die Schülerinnen und Schüler darüber entscheiden mussten, ob zum Beispiel der "Fallschirmschickende Erstbesiedler", der "Pflanzensaugende Musikant", der "Dornige Beerenhersteller" oder vielleicht auch der "Farbenflattrige Nektarschlürfer" ihren Platz in unserer Hecke finden könnten, erkannten die Schülerinnen und Schüler, dass solch eine Hecke vielfältige Ansprüche der unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen abdeckt.

Eine Benjeshecke wird mittel aufgeschichtetem Schnittgut heimischer Sträucher initiert. Der Strauchschnitt ist etwa 2 bis 4 m breit und 1 m hoch. In die Mitte der Hecke werden heimische Sträucher gepflanzt, die hier vor Wildverbiss geschützt sind und sich so gut entwickeln können. Um heimischen Reptilien Lebensräume zu bieten, werden zusätzlich Steinhaufen in die Hecke eingebracht und den Totholzbewohnern bieten eingebrachte Stubben zusätzlichen Lebensraum. Das benötigte Material wird von Gärtnern der Landesgartenschau gestellt. Die Arbeiten zur Anlage der Hecke müssen zwischen Ende Oktober bis Anfang Februar erfolgen, um auf Brutzeiten der Vögel Rücksicht zu nehmen. In den folgenden Jahren muss einmal jährlich neues Material eingebaut werden.

An dieser Stelle entsteht unsere Hecke. Sie wird eine Länge von etwa 80 Metern haben und gleichzeitig sichert sie die Besucher der Landesgartenschau vor Absturz an dieser Stelle des Fußweges.

Die Vorteile einer Benjeshecke sind unter anderem darin zu sehen, dass sie bereits im ersten Jahr Schutz und Unterschlupf sowie Brutraum und Nahrung für viele Kleintiere und Vögel bietet. Sie dient dem Erosionsschutz, bietet eine Bienenweide, dient den Vögeln als Singwarte und erhöht damit an diesem biologisch jetzt eher eintönigen Standort die biologische Vielfalt. Darüber hinaus bewirkt sie Klimaveränderungen in der Umgebung, da sie Feuchtigkeit speichert. Das Pflanzenwachstum im Umfeld der Hecke steigert sich, da die Zersetzungsprozesse durch in der Hecke vorhandene Organismen verbessert werden. Diese Effekte hoffen wir dann nach Anlage unserer Hecke bald beobachten und untersuchen zu können.

(Text der Schüler der Hans-Prinzhorn-Realschule)